Maximilianstraße Innsbruck – Die späte Hommage an die Habsburger
Die Maximilianstraße in Innsbruck ist ein dafür, wie sich die Stadt im späten 19. Jahrhundert neu erfunden hat. Die Straße in der Innenstadt Innsbruck bekam ihren Namen relativ spät, nämlich erst im Jahr 1888. Das war eine klare Verneigung vor der habsburgischen Geschichte Tirols. Die Benennung ehrt Kaiser Maximilian I. (1459–1519), dessen Vermächtnis – denke nur an das Goldene Dachl oder die Hofkirche – in Innsbruck bis heute allgegenwärtig ist.
Ursprünglich wurde die Straße aus einem praktischen Grund angelegt: Sie sollte als wichtige Verbindungsachse dienen, die die Triumphpforte im Norden mit dem damals im Westen gelegenen Städtischen Krankenhaus (dem heutigen Landeskrankenhaus) verknüpfte. Ihre Entwicklung hängt daher eng mit der Expansion der Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zusammen, einer Zeit, in der Innsbruck über seine mittelalterlichen Grenzen hinauswuchs und der südliche Stadtteil Wilten dichter besiedelt wurde.
Im Stadtbild bildet die Maximilianstraße zusammen mit der Maria-Theresien-Straße und der Anichstraße wichtige Straßenverbindungen. Die Maximilianstraße beginnt direkt südlich der Triumphpforte, wo sie quasi als Verlängerung der berühmten Maria-Theresien-Straße in südlicher Richtung weiterführt. Auf ihrem Weg kreuzt sie Querstraßen wie die Anichstraße und die Leopoldstraße, bevor sie in den belebten Stadtteil Wilten mündet. Die Straße selbst und ihre unmittelbare Umgebung bieten zahlreiche architektonische und historische Highlights, die du bei einem Spaziergang entdecken kannst.



Architektonische Highlights der Maximilianstraße
Die Maximilianstraße und ihre unmittelbare Umgebung bieten eine Fülle an architektonischen und historischen Zeugen. Den Startschuss gibt die Triumphpforte an ihrem nördlichen Ende. Dieses Bauwerk aus dem Jahr 1765 ist historisch komplex: Es feiert einerseits die Hochzeit von Erzherzog Leopold, symbolisiert aber andererseits durch den kurz darauf erfolgten Tod Kaiser Franz Stephans von Lothringen auch die Trauer – eine einmalige Doppelsymbolik in der europäischen Architektur.
Gleich zu Beginn der Straße thront die Ehemalige Hauptpost (Maximilianstraße 2), die zwischen 1900 und 1905 errichtet wurde. Statt des ursprünglich geplanten Barockstils entschied sich der Architekt Franz von Neumann für einen repräsentativen Stil, der Elemente der Deutschen Renaissance und des Historismus vereint. Die Fassade ist extrem aufwändig gestaltet mit Frieszonen und Brüstungsgesimsen. Im Inneren beeindruckte lange Zeit die zweigeschossige Schalterhalle mit Glasdach. Im ersten Obergeschoss findet man noch heute ein Mosaik von Kaiser Franz Joseph I. Über lange Zeit erfüllte dieser Bau eine zentrale Rolle für ganz Tirol, indem er als Post-, Telegraphen- und Fernmeldezentrale diente. Heute ist hier unter eine Filiale der Sparkasse sowie Büros.
An der Kreuzung zur Leopoldstraße sticht das Winklerhaus hervor. Der Teil, der zur Maximilianstraße zeigt, ist bekannt für seinen Erker, der mit zwei Fabelwesen verziert ist und typische Jugendstil-Elemente aufweist. Die Inschrift am Erker, die zum Nachdenken anregt – „Sehe jeder wie er’s treibe, Sehe jeder wo er bleibe, Und wer steht, dass er nicht falle“ – ist ein schönes Beispiel für das neue bürgerliche Selbstverständnis um die Jahrhundertwende (Quelle: Discover-Innsbruck).
Am südlichen Ende der Straße dominiert die Herz-Jesu-Kirche (Maximilianstraße 8). Sie wurde 1896/97 im neuromanischen Stil errichtet und erinnert an das 100-jährige Jubiläum des Tiroler Landesgelöbnisses an das Herz Jesu. Die Kirche und das angeschlossene Redemptoristenkolleg sind eine wichtige katholische Wallfahrtsstätte, die besonders der Verehrung der „Mutter von der immerwährenden Hilfe“ gewidmet ist. Interessanterweise dient ein Teil der Kirche heute auch der Serbisch-orthodoxen Gemeinde in Innsbruck als Gotteshaus (Kirche der Geburt des Hl. Johannes des Täufers).
Infrastruktur, Soziales und Kultur
Die zentrale Lage und die Nähe zur Universitätsklinik haben dazu geführt, dass sich in der Maximilianstraße wichtige soziale und gesundheitsbezogene Einrichtungen angesiedelt haben. Hier findet man das Psychosoziale Zentrum (PSZ) Innsbruck (Maximilianstraße 23), eine zentrale Anlaufstelle für Menschen in psychosozialen Krisen, und den Verein Klinikbrücke (Maximilianstraße 43), der Patienten der Tirol Kliniken ehrenamtlich unterstützt.
Kulturell ist das nahe gelegene Areal des Adambräu von immenser Bedeutung. Das Sudhaus der ehemaligen Brauerei, erbaut 1926/27 nach Plänen des bekannten Architekten Lois Welzenbacher, gilt als bedeutendes Denkmal der Industriearchitektur. Es beherbergt heute das aut. architektur und tirol (Architekturforum Tirol) und das Archiv für Baukunst der Universität Innsbruck, was es zum zentralen Anlaufpunkt für Ausstellungen und Diskussionen zur Baukultur macht.
Im Alltag ist die Maximilianstraße ein lebendiger Mikrokosmos: Sie ist ein wichtiger Standort für lokale Geschäfte, Dienstleister und Gastronomie. Besucher finden hier Filialen von lokalen Bäckereien/Cafés wie Ruetz und Lebensmittelmärkten wie MPREIS. Dazu laden kleinere Treffpunkte wie das Advokat Bar Cafe oder das Café-Bar Magistrat zum Verweilen ein.
Weiterführende Links
- wissenswert über die Altstadt Innsbruck
- mehr Tipps für Innsbruck Shopping
- der Kunsthandwerksmarkt in Innsbruck
- die besten Innsbruck Sehenswürdigkeiten
- so schön ist die Innenstadt Innsbruck



