Die Hofgasse in Innsbruck

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Die Hofgasse in Innsbruck: Tor zur Kaiserlichen Pracht

Wenn du in Innsbruck stehst, ist die Hofgasse nicht einfach nur ein kurzer Weg, sondern eine wunderschöne historische Gasse der Altstadt. Sie startet direkt am Platz vor dem Goldenen Dachl und führt dich kerzengeradeaus zur Kaiserlichen Hofburg. Allein diese Lage zeigt dir schon, wie wichtig sie historisch war: Das war die Hauptstraße, über die Kaufleute, Adelige und Bedienstete in die kaiserliche Residenz kamen. Gleichzeitig war sie die wichtigste Verbindung vom Stadtzentrum weiter Richtung Osten nach Hall in Tirol, wo das ganze Salzgeschäft und die Münzstätte waren. Früher war die Gasse nach Osten hin sogar durch ein Tor – das Saggentor – abgeschlossen. Das Saggentor war eines der fünf historischen Stadttore Innsbrucks im Mittelalter und der frühen Neuzeit.

Architektur und Besonderheiten

Die Gasse hat einfach ein unverwechselbares mittelalterliches Flair. Sie ist recht schmal, gesäumt von hohen, meist bunten Bürgerhäusern, die typisch für die Region sind. Was sofort ins Auge sticht, sind die vielen und oft sehr großen Erker. Die sind total charakteristisch für die Altstadthäuser und geben der ganzen Hofgasse dieses malerische, historische Bild. In diesen Häusern lebte früher natürlich nicht irgendwer, sondern eine ziemlich wohlhabende Schicht: angesehene Kaufmänner, Kanzler, Hofsekretäre und vor allem viele Goldschmiede. Das zeigt, wie nah man am kaiserlichen Hof dran war. Eines der bekanntesten Gebäude ist das sogenannte „Riesenhaus“ (Nummer 12). Es wurde Ende des 15. Jahrhunderts für den Leibtrabanten Nikolaus Haidl gebaut. Und wie reich diese Gasse einst war, sieht man bis heute: Bei Renovierungen – zum Beispiel neulich in der Hofgasse 5 – hat man tolle Funde gemacht, darunter wunderschöne Wandmalereien und bemalte Holzdecken aus dem späten 16. Jahrhundert. Das war echter Prunk damals.

Heutige Nutzung und Flair

Heute ist die Hofgasse eine super lebendige Flaniermeile und gehört zum Pflichtprogramm bei einem Stadtbummel. Du läufst sie fast automatisch, weil sie direkt zum Prunkbau der Hofburg führt. Im Erdgeschoss der alten Häuser findest du viele kleine, spezialisierte Läden, die das Angebot so charmant machen: Klar, Souvenirs gibt es auch, aber vor allem bekommst du hier echte Tiroler Spezialitäten wie Speck und Schnäpse. Die Gasse ist außerdem als kleines Strudelparadies bekannt, denn hier liegt das Strudel Cafe, das mit einer riesigen Auswahl an süßen und herzhaften Strudelspezialitäten weit über Innsbruck hinaus bekannt ist. Das Faszinierendste an der Gasse ist aber der Kontrast: Du startest im gotischen Charme des Goldenen Dachls und am Ende zieht dich die barocke Eleganz der Hofburg mit ihrem vornehmen Weiß sofort in den Bann. Nachdem die Gasse im Vergleich zur Maria Theresien Strasse relativ schmal ist, herrscht in der Hofgasse meist ein Gedränge.

Die Hofgasse in der Altstadt von Innsbruck, hinten die kaiserliche Hofburg
Am Ende der Hofgasse in der Altstadt Innsbruck ist die Hofburg

Die Hofgasse mündet in die kaiserliche Hofburg. Sie ist geöffnet für einen Besuch. Schau dir die Gemächer von Kaiserin Maria Theresia an und den prunkvollen Riesensaal. Die Hofburg in Innsbruck gehört neben der Hofburg in Wien und Schloss Schönbrunn zu den drei wichtigsten historischen Herrschaftsbauten Österreichs und ist ein zentrales Symbol der Habsburger-Monarchie in Tirol. Ihr heutiges, repräsentatives Aussehen verdankt die Hofburg Kaiserin Maria Theresia (1740–1780). Sie ließ die Anlage ab 1754 im Stil des höfischen Rokoko umbauen. Die Fassade am Rennweg, die Prunkräume und die Hofkapelle tragen ihre Handschrift.
–> so schaut sie aus, die Hofburg in Innsbruck

Wenn du am Ende der Hofgasse unter den Torbogen der Hofburg spazierst, kommst du auf einen Platz neben der Hofkirche. Es ist der Franziskanerplatz. Er ist ebenfalls Teil der Fußgängerzone. Offiziell hat dieser Platz gar keinen Namen, aber das ist eine andere Geschichte.

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