Hofkirche Innsbruck: Die schwarzen Mander

Die Hofkirche in Innsbruck wird von den Innsbruckern schlichtweg Schwarzmanderkirche genannt. Dieser Titel rührt von den 28 überlebensgroßen Figuren her, die den prunkvollen Sarg umgeben. Die Hofkirche wurde extra für die Schwarzen Mander erbaut und beherbergt das monumentale Grabmal Kaiser Maximilians I.
Schon öfter bin ich in der Altstadt von Innsbruck gewesen und an der Hofkirche vorbei gelaufen. Innen soll das prächtige Grab von Kaiser Maximilian sein. Deswegen wollte ich schon einmal hinein, habe dann aber festgestellt, dass man für den Zugang zur Kirche einen Eintritt zahlen muss. Das hat mich abgeschreckt – für eine Kirche bin ich eigentlich nicht bereit, eine Eintrittsgebühr zu bezahlen. Wenn du auch am Überlegen bist, ob sich die Hofkirche in Innsbruck rentiert – Das erwartet dich hier: Die Hofkirche in Innsbruck gehört vor allem wegen der Schwarzen Mander zu den bedeutendsten religiösen und historischen Sehenswürdigkeiten der Tiroler Landeshauptstadt. Sie ist nicht nur ein Beispiel der Renaissancearchitektur, sondern vor allem bekannt für das Grabmal Kaiser Maximilians I. – eines der bekanntesten und beeindruckendsten Kunstwerke der Habsburger.
Mein Besuch in der Hofkirche Innsbruck
Heute habe ich aber wirklich gut Zeit, weil das Wetter in Innsbruck bewölkt ist. Das ist eine gute Gelegenheit, doch mal die Hofkirche in Innsbruck von innen anzuschauen. Ich gehe nebenan durch das Portal des Tiroler Volkskunstmuseums, um ein Ticket zu lösen. Am Ticketschalter bekomme ich schnell erklärt, dass man nicht nur den Eintritt für die Kirche bezahlt, sondern mit dem Ticket auch noch das Museum besuchen kann, plus eine multimediale Erlebnisshow über den Kaiser Maximilian. So mache ich mich auf den Weg hinein und bin gespannt.
Multimediashow Kaiser Maximilian


Hinter dem Eingang trennen sich die Wege: Hinauf ins das Museum, geradeaus in den Innenhof. Durch die Arkaden gehe in Richtung Hofkirche. Auf dem Weg dahin informiert mich die freundliche Aufsicht im Museum über eine Multimediashow. In drei Räumen gehe es um das Erbe Kaiser Maximilians. Rund 13 Minuten würde dies dauern. Das interessiert mich. Ich gehe in den ersten Raum und starte unter Anleitung die Vorführung. Ich setze mich zwischen eine Vielzahl von Bildern, die alle mit dem Kaiser zu tun hatten. Die Stimme aus dem Off informiert mich über die Errungenschaften von Maximilian.
Wie von Geisterhand öffnet sich danach die Türe und ich gehe ins nächste Zimmer. Dort erfahre ich, wie Kaiser Maximilian seine Macht ausbaute: Er setzte auf Diplomatie, schreckte aber auch vor Krieg nicht zurück, wenn die diplomatischen Bemühungen erfolglos blieben. Seine Strategie der Heiratspolitik zur Mehrung von Macht und Einfluss nahmen sich nachfolgende Herrscher zu Nutze.
Im letzten Raum geht es um den Tod des Kaisers. Er stirbt auf dem Weg von Innsbruck nach Linz (übrigens auch eine schöne Stadt – Linz mit Kindern hat uns sehr gefallen). Todesursache war wahrscheinlich Krebs. Damit der Kaiser nicht vergessen wird, setzte er sich ein Denkmal: Bereits zu Lebzeiten begann er mit dem Bau der Hofkirche und seines Grabdenkmals. Fast 100 Jahre sollte es dauern, bis die Hofkirche Innsbruck fertig gestellt wurde.
Die Multimediashow endet und ich gehe nun wirklich in die Hofkirche hinüber. Der Eingang ist wenige Meter weiter im Arkadengang. Durch eine kleine schmale Türe trete ich in die Hofkirche ein. Riesig groß ist das Grabmal des Kaisers. Rundherum stehen die übermenschlich großen Mitglieder der Familie des Kaisers – die schwarzen Mander. Das Grab ist jedoch leer, seine sterblichen Überreste liegen in Wiener Neustadt
Hofkirche Innsbruck: Das prunkvolle leere Grab des Kaisers





Das bekannteste und beeindruckendste Kunstwerk in der Hofkirche ist das Grabmal Kaiser Maximilians I.. Der Innenraum der Kirche wird von diesem monumentalen Kenotaph dominiert, das von 28 überlebensgroßen Bronzefiguren umgeben ist. Sie werden Schwarze Mander genannt. Diese Bronzestatuen stehen in zwei Reihen links und rechts des Mittelschiffs und bilden die ewige Totenwache für den Kaiser. Jede dieser Figuren ist ein technisches Meisterwerk; du kannst an den Rüstungen und Kleidern feinste Details wie Stofffalten oder winzige Glieder der Kettenhemden erkennen. In der Mitte dieser Gruppe thront das Kenotaph aus schwarzem Marmor. Auf ihm kniet die bronzene Figur des Kaisers im Gebet, während die Seitenwände des Grabmals mit 24 filigranen Marmorreliefs verziert sind, die die wichtigsten Lebensstationen Maximilians nachzeichnen.
DIE SCHWARZEN MANDER
Sie sind eines der bedeutendsten Kunstdenkmäler Europas. Das Ensemble aus 28 überlebensgroßen Bronzestatuen ist ein weltweit einzigartiges Zeugnis der Renaissance-Kunst. Hier erfährst du welche Persönlichkeiten die Schwarzen Mander verkörpern und was sie über sie noch wissenswert ist:
–> mehr über die Schwarzen Mander
Die Silberne Kapelle und herrschaftliche Ruhestätten
Über eine Treppe gelangst du in die Silberne Kapelle, einen etwas intimeren, aber nicht minder prunkvollen Raum. Hier ruhen Erzherzog Ferdinand II. und seine bürgerliche Gemahlin Philippine Welser. Der Name der Kapelle leitet sich vom prachtvollen Altar ab, dessen Madonna-Figur aus getriebenem Silber besteht. Die Kapelle wirkt durch das einfallende Licht und die kostbaren Materialien fast wie eine Schatztruhe und bietet einen wunderbaren Kontrast zum eher strengen Hauptschiff.
Grabmal von Andreas Hofer und musikalische Schätze
Ein weiterer wichtiger Ort im Inneren der Kirche ist das Grabmal von Andreas Hofer. Der Tiroler Freiheitskämpfer ist hier in weißem Marmor dargestellt, was die Hofkirche für die Einheimischen auch zu einem Ort tiefer patriotischer Bedeutung macht. Wenn du den Blick nach oben richtest, entdeckst du zudem die Ebert-Orgel. Sie stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und ist eine der ältesten spielbaren Orgeln der Welt. Ihr historischer Klang und das kunstvoll bemalte Gehäuse sind ein absolutes Highlight für Musikliebhaber.
Wissenswert über die Hofkirche Innsbruck
Die Hofkirche wurde zwischen 1553 und 1563 auf Anordnung von Kaiser Ferdinand I., dem Enkel von Kaiser Maximilian I., erbaut. Sie war ursprünglich als Aufstellungsort für das Grabmal des verstorbenen Monarchen geplant. Kaiser Maximilian I. hatte bereits zu seinen Lebzeiten ein beeindruckendes Grabmal in Auftrag gegeben, das jedoch nie vollendet wurde. Nachdem er 1519 in seiner Burg in Wiener Neustadt beigesetzt wurde und dort keine Möglichkeit für die Aufstellung der Schwarzen Mander war, ließ Ferdinand I. die Hofkirche in Innsbruck bauen, um das Grabmal aufstellen zu können. So wurde die Hofkirche postum zum Gedenkort für den großen Kaiser und seine Visionen.
Die Pläne für die Kirche wurden von dem Trienter Architekten Andrea Crivelli entworfen, während der Bau von Nikolaus Türing d. J. und später von Marx della Bolla überwacht wurde. Das imposante Renaissanceportal, das den Haupteingang der Hofkirche ziert, wurde von den Steinmetzen Hieronymus de Longhi und Anton del Bon geschaffen. Mit der Zeit erlebte die Hofkirche verschiedene Erweiterungen und Renovierungen. Besonders erwähnenswert ist der Anbau der Silbernen Kapelle durch Erzherzog Ferdinand II. zwischen 1577 und 1578, die als Grabkapelle für ihn und seine Gemahlin Philippine Welser errichtet wurde. In den folgenden Jahrhunderten fanden auch andere bedeutende Persönlichkeiten in der Hofkirche ihre letzte Ruhestätte, darunter Andreas Hofer, der Tiroler Freiheitskämpfer.



Lohnt sich der Eintritt in die Hofkirche Innsbruck?
Ich war skeptisch, aber es war dann doch interessant, die Schwarzen Mander einmal aus der Nähe zu sehen. Und die Dimension des Grabmals von Kaiser Maximilian ist wahnsinnig groß. Irgendwie sollte man die Hofkirche schon mal gesehen haben, wenn man einen Ausflug nach Innsbruck macht oder hier gar ein paar Tage Urlaub verbringt. Als Einwohner der Stadt solltest du auf jeden Mal die Hofkirche einmal gesehen haben. Die „Schwarzen Mander“ gehören zur Tiroler Kultur. Nirgendwo sonst habe ich gesehen, dass eine Kirche so monumental viel Platz für das Grabmal eines weltlichen Monarchen frei macht. Gefühlt ist die halbe Kirche Grabmal und die andere Hälfte Gotteshaus mit Bänken und Altar. Wirklich sehenswert!
Sehenswert rund um die Hofkirche
Von der Hofkirche ist es nur ein kurzer Spaziergang bis in die Prachtstraße der Altstadt, die Maria-Theresien-Straße. Diese historische Straße, die sich als ein zentraler Teil der Innsbrucker Innenstadt erstreckt, verbindet verschiedene bedeutende Sehenswürdigkeiten und bietet Besuchern eine wunderschöne Mischung aus barocker Architektur, modernen Geschäften und einer einzigartigen Atmosphäre. Auf deinem Weg wirst du mit Blicken auf das beeindruckende Goldene Dachl und andere historische Highlights belohnt. Benannt nach der österreichischen Kaiserin ist sie die Einkaufsstraße und Flaniermeile mit vielen Schaufenstern und Cafes in Innsbruck. Mittendrin die Annasäule, am Ende die Triumphpforte.
—> Maria-Theresien-Straße Innsbruck
Wo am besten bei der Hofkirche Innsbruck parken?
Am bequemsten parkst du in einer der großen Tiefgaragen, die nur wenige Gehminuten entfernt sind. Die Congressgarage liegt praktisch direkt gegenüber der Hofburg und ist nur etwa 2–3 Gehminuten von der Hofkirche entfernt. Sie ist ideal. Die zweite Wahl ist die InnenSTADT Garage. Sie befindet sich in der Kaiserjägerstraße. Von dort aus läufst du etwa 4–5 Minuten zur Hofkirche. Ansonsten bietet sich noch die Altstadtgarage an. Diese liegt beim Innrain und ist etwa 7–8 Minuten zu Fuß entfernt. Sie ist perfekt, wenn du nach dem Kirchenbesuch auch noch einen Abstecher zum Goldenen Dachl machen möchtest.
Weiterführende Links
- meine Innsbruck Altstadt Tipps
- entdecke diese Innsbruck Sehenswürdigkeiten
- das sind echt gute Innsbruck Geheimtipps
Häufige Fragen zur Hofkirche Innsbruck
Ja, der Besuch der Hofkirche ist kostenpflichtig, da sie als Teil der Tiroler Landesmuseen geführt wird.
Der Zugang erfolgt nicht direkt über die Kirchentüre, sondern über das angrenzende Volkskunstmuseum in der Universitätsstraße.
Das feudale, aber leere Grab ist in der Hofkirche Innsbruck. Das eigentliche Grab findest du in Wiener Neustadt.
Kaiser Maximilian I. wollte ursprünglich in Wiener Neustadt begraben werden. Da das riesige Monument mit den 28 Statuen dort aber statisch nicht in die Kapelle passte, blieb es in Kisten, bis sein Enkel Ferdinand I. die Hofkirche in Innsbruck als „Ersatz-Gedenkstätte“ erbauen ließ.
Das Grabmal des Tiroler Freiheitskämpfers befindet sich im linken Seitenschiff der Hofkirche Innsbruck. Sein Leichnam wurde 1823 von Mantua nach Innsbruck überführt und hier in einem prachtvollen Marmorsarkophag beigesetzt.
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