Schloss Büchsenhausen

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Das Schloss Büchsenhausen

Wenn du in Innsbruck eine Ecke sehen willst, die nicht jeder Tourist kennt, dann schau dir Schloss Büchsenhausen an. Es liegt am Hang in Hötting, direkt an der Weiherburggasse. Das Gebäude war früher Hightech-Schmiede für Kanonen, eine Adelsresidenz, eine Brauerei – heute ist es Zentrum für moderne Kunst. Die Fassade mit den sehenswerten historischen Malereien und die Türme kannst du von der Straße aus bewundern. Es zählt zu den Innsbruck Geheimtipps.

Von Kanonen und den „Schwarzen Mandern“

Der Name „Büchsenhausen“ kommt tatsächlich von den „Büchsen“, also den Kanonen. 1539 kaufte Gregor Löffler das Gelände. Er war damals der absolute Experte für den Guss von Geschützen. Er nutzte die Wasserkraft des Höttinger Bachs, um seine Schmelzöfen und Bohrwerke anzutreiben – für die damalige Zeit war das eine echte High-Tech-Fabrik. Aber Löffler goss nicht nur Waffen: Auch einige der berühmten Schwarzen Mander (die riesigen Bronzestatuen in der Innsbrucker Hofkirche) entstanden genau hier. Weil die Familie so erfolgreich war, wurde das Anwesen 1551 zum Adelsitz erhoben.

Kanzler Biener und das politische Drama

Später, ab 1641, gehörte das Schloss dem Tiroler Kanzler Wilhelm Biener. Er war mächtig, hatte aber viele Feinde. Nach dem Tod seiner Gönnerin Claudia de‘ Medici ging es bergab: Man warf ihm Korruption vor und verurteilte ihn zum Tode. 1651 wurde er in Rattenberg hingerichtet. Um seinen Tod rankt sich eine düstere Legende: Ein Bote mit der Begnadigung soll erst Sekunden nach der Hinrichtung eingetroffen sein. Man sagt, Bieners Geist sei deshalb noch lange durch die Räume von Büchsenhausen gespukt.

Die Barockisierung und die Zeit der Sommerfrische

Ende des 17. Jahrhunderts übernahmen die Freiherren von Sternbach das Ruder und blieben über 200 Jahre. Sie gaben dem Schloss den Look, den wir heute sehen: barocke Fassadenmalereien und eine hübsche kleine Schlosskapelle im Erdgeschoss, die dem Heiligen Antonius geweiht ist. Aus der ehemaligen Fabrik wurde ein schicker Wohnsitz, den der Adel gerne als „Sommerfrische“ nutzte, um der Enge der Stadt zu entfliehen.

Biergarten-Idylle und Gemütlichkeit

Im 19. Jahrhundert wurde es dann gesellig. 1836 zog eine Brauerei ins Schloss ein. Der Gastgarten dort oben wurde schnell zum absoluten Hotspot für die Innsbrucker. Man saß unter Bäumen, trank „Büchsenhausen-Bier“ und genoss die Aussicht über das Inntal. Auch wenn heute kein Bier mehr gebraut wird, hat sich das Areal diesen entspannten Charme am Fuß der Nordkette bewahrt.

Das heutige Künstlerhaus Büchsenhausen

Seit den frühen 1990er Jahren wird im Schloss wieder produziert, allerdings keine Kanonen oder Bier, sondern zeitgenössische Kunst und Theorie. Als „Künstlerhaus Büchsenhausen“ bietet es heute internationalen Stipendiaten Arbeits- und Wohnräume. Jedes Jahr kommen Künstler und Kritiker aus aller Welt im Rahmen des „Internationalen Fellowship-Programms“ hierher. Das Programm ist hoch angesehen und verbindet künstlerische Praxis mit theoretischer Forschung. Für die Öffentlichkeit ist das Schloss während der „Open Studio Days“ oder bei Ausstellungen zugänglich.

Wie kommt man zum Schloss Büchsenhausen?

Der Weg von der Innsbrucker Innenstadt zum Schloss Büchsenhausen daurt rund 15 Minuten zu Fuß. Du startest deinen Spaziergang im historischen Kern beim Goldenen Dachl und orientierst dich Richtung Norden. Besonders reizvoll ist die Route, wenn du den Inn über die Innbrücke oder über den romantischen Steg beim Congress Innsbruck querst. Sobald du das nördliche Innufer erreicht hast, folgst du der Weiherburggasse stetig leicht bergauf. Der Weg führt dich vorbei an den charakteristischen alten Häusern des Stadtteils Hötting, die dem Viertel seinen ganz eigenen, fast dörflichen Charme verleihen. Während du Schritt für Schritt an Höhe gewinnst, kommst du direkt vor das Portal von Schloss Büchsenhausen. Es hat die Adresse Weiherburggasse 13, 6020 Innsbruck.

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